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Kulturprojekt · Kunst
RIMOWA

Das Museum Ludwig bringt sechs Künstler in RIMOWAs klügstes Souvenir

A Journey Into Art behandelt den Reisesticker als tragbare Ausstellung, ausgewählt von Museum-Ludwig-Direktor Yilmaz Dziewior.

Kurzantwort

A Journey Into Art ist eher eine Ausstellung im Taschenformat als ein Kofferaccessoire. Museum-Ludwig-Direktor Yilmaz Dziewior wählte je zwei Arbeiten von Carol Bove, Wade Guyton, Roni Horn, Julia Scher, Rosemarie Trockel und Haegue Yang. Zwölf Sticker werden durch Künstlerzitate und ein kuratorisches Vorwort gerahmt. Das Format ist charmant und gedanklich schlüssig; die kostenlose Verteilung nur in ausgewählten Flagships bleibt sein Kompromiss.

Museum-Ludwig-Direktor Yilmaz Dziewior wählte sechs Künstler aus verschiedenen Generationen und Medien.
Je zwei Werke wurden zu Stickern, begleitet von Zitaten und einem kuratorischen Vorwort.
Das Projekt nutzt die Geschichte des Reisestickers als Kennzeichen von Koffern und Wegen für seine Ausstellungsform.
Zehn RIMOWA Flagships wurden für die kostenlose Verteilung genannt – enger, als die Idee verdient.
01Kuratorische Idee

Der Sticker ist Bildträger und Reisespur zugleich

Ein Sticker tut zwei Dinge: Er reproduziert ein Bild und dokumentiert die Entscheidung, wo dieses Bild leben soll. Auf einem Koffer tritt er außerdem in die lange Alltagsgeschichte von Hoteletiketten, Versandmarken und persönlichen Souvenirs ein. Dziewiors Auswahl nutzt diese Doppelrolle intelligent. Zwölf Museumsarbeiten verlassen die Institution und können in einem anderen Umfeld neue Spuren aufnehmen.

Das Buch verhindert, dass nur ein Blatt unerklärter Aufkleber übrigbleibt. Künstlerzitate und kuratorisches Vorwort fordern eine Begegnung vor dem Abziehen. Diese Pause ist wichtig, weil die Übertragung nicht neutral bleibt: Maßstab, Oberfläche und Dauer verändern sich, wenn ein Kunstwerk zur klebenden Vervielfältigung wird.

  • Zwölf Sticker reproduzieren je zwei Werke der sechs beteiligten Künstler.
  • Zitate und Vorwort bewahren Kontext, bevor ein Aufkleber aus dem Buch gelöst wird.
02Auswahl

Sechs Arbeitsweisen widerstehen einer dekorativen Einheitsidee

Carol Boves Skulptur, Wade Guytons druckervermittelte Bilder, Roni Horns Auseinandersetzung mit Identität und Ort, Julia Schers Überwachungsinstallationen, Rosemarie Trockels Angriff auf Hierarchien zwischen Kunst und Handwerk sowie Haegue Yangs bewegliche sinnliche Assemblagen ergeben keinen Hausstil. Genau diese Reibung zählt. Das Buch zeigt Gegenwartskunst als verschiedene Methoden, nicht als Luxus-Stimmungsbild.

Trockel liefert zudem eine bedeutende Kölner Verbindung: Das Museum Ludwig besitzt ihre Arbeit in einer stark auf Nachkriegs- und Gegenwartskunst ausgerichteten Sammlung. Das Projekt ist dennoch kein Überblick über Museumsbestände; Leser dürfen nicht folgern, jeder Sticker bilde ein Werk im Eigentum des Hauses ab. Es handelt sich um einen vom Direktor kuratierten Auftrag mit RIMOWA.

  • Beteiligt sind Bove, Guyton, Horn, Scher, Trockel und Yang.
  • Die Spannweite reicht von Skulptur und Digitaldruck bis Überwachung, Textilkritik und Installation.
03Redaktionelles Urteil

Eine großzügige Idee, begrenzt durch Einzelhandelsgeografie

RIMOWA nannte Flagships in Beverly Hills, New York, Shanghai, Hongkong, Tokio, Seoul, Singapur, London, Paris und Köln. Exemplare wurden kostenlos abgegeben statt als gewöhnliches Accessoire verkauft. Die Liste von zehn Städten klingt global, setzt aber weiterhin Nähe zu einem Luxusladen voraus.

Unser Urteil: Dies ist einer von RIMOWAs überzeugenderen Kulturaufträgen, weil Reisen in der Form steckt und nicht auf ein Thema geklebt wird. Verpasst wurde breiter öffentlicher Zugang. Ein herunterladbarer Katalog, ein Exemplar im Lesesaal oder eine Onlinepräsentation der zwölf Arbeiten könnte die kuratorische Idee weiter reisen lassen als das Stickerbuch selbst.

  • Die kostenlose Verteilung lief über zehn namentlich bezeichnete Flagship-Stores.
  • Stärkste Eigenschaft: Das Format verändert die Werke und verschweigt diese Veränderung nicht.

Häufig gestellte Fragen

Welche Künstler sind in A Journey Into Art vertreten?
Carol Bove, Wade Guyton, Roni Horn, Julia Scher, Rosemarie Trockel und Haegue Yang steuerten jeweils zwei Werke bei.
Hat das Museum Ludwig das Stickerbuch kuratiert?
Ja. Museumsdirektor Yilmaz Dziewior wählte die Künstler, und das Buch enthält sein kuratorisches Vorwort.
Wurde das RIMOWA Stickerbuch online verkauft?
Die Einführung beschrieb kostenlose Verteilung über zehn ausgewählte RIMOWA Flagships statt eines gewöhnlichen Onlineverkaufs.

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