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Kulturprojekt · Publikationsgeschichte
RIMOWA

Der Eigene Ausgabe vier funktioniert, wenn Collier Schorrs Porträtierte ihre Stimmen behalten

Fünfzehn New Yorker verbinden Schwarzweißporträts mit Kurzinterviews, während nur 300 Exemplare den öffentlichen Wert stark begrenzen.

Kurzantwort

RIMOWAs vierte zeitgenössische Ausgabe von Der Eigene verband Collier Schorrs Schwarzweißporträts von 15 Menschen aus der queeren New Yorker Kulturszene mit Kurzinterviews über Zugehörigkeit, Gemeinschaft und Reisen. Casting Director Nicola Kast half bei der Auswahl. 300 kostenlose Exemplare wurden ab 26. Juni 2025 über vier benannte Läden verteilt. Es ist ein seit 2022 beauftragtes Markenprojekt, inspiriert von Adolf Brands historisch eigenständiger Zeitschrift 1896–1932 – keine institutionelle Fortsetzung.

Schorr und Casting Director Nicola Kast wählten 15 Menschen aus dem queeren Leben in und um New York.
Jeder Beteiligte erscheint in zwei Schwarzweißporträts mit einem kurzen Interview aus der eigenen Perspektive.
Die Auflage bestand aus 300 kostenlosen Exemplaren bei BookMarc, Andreas Murkudis, Yvon Lambert und Climax Books.
Die heutige Reihe begann 2022 und darf nicht als ununterbrochene Fortsetzung des Originals dargestellt werden.
01Porträt und Interview

Die Fragen verhindern, dass ein Modeportfolio sich selbst genügt

Schorrs einheitliche Schwarzweißbehandlung gibt Ausgabe vier eine erkennbare Bildgrammatik, kann eine vielfältige Gemeinschaft aber auch zur ästhetischen Kategorie machen. Deshalb sind die Kurzinterviews wesentlich. Fragen zu Zugehörigkeit, Gemeinschaft und Reise erlauben jeder Person, das Bild zu komplizieren. Wallpaper nennt unter anderem Amber Later, Chase Strangio und Shikeith, ohne drei bekannte Namen für die ganze Gruppe auszugeben.

Auch Nicola Kasts Castingarbeit gehört genannt. Schorr lud Menschen ein, die sie kannte, bewunderte oder in verschiedenen Teilen des New Yorker Lebens traf: darunter Student, Boxer, Studiobesitzer und Künstler. Das macht die Ausgabe beziehungsorientiert statt demografisch. Die Fotografin schafft Kontinuität, die Worte der Beteiligten Differenz. Collier Schorrs Magazin zu sagen wiederholt die Hierarchie, der sich die Form teilweise widersetzt.

  • Es gibt 15 namentliche Porträtbeiträge statt anonymer Kampagnenbesetzung.
  • Die redaktionelle Form verbindet je zwei Fotografien mit einem Kurzinterview.
02Geschichte des Titels

Inspiration schafft keine institutionelle Kontinuität

Adolf Brand begann das ursprüngliche Der Eigene 1896 in Deutschland und verband Literatur, Kunst, Fotografie und Politik unter Kriminalisierung und Zensur. 1932 endete es, als das NS-Regime den Raum für Brands Publizieren zerstörte. RIMOWA und Herausgeber Luis Venegas starteten 2022 eine getrennte heutige Reihe. Der geliehene Titel schafft ein historisches Gespräch, weder durchgehenden Zeitungskopf noch gemeinsame Organisation.

Diese Trennung ist keine Pedanterie. Eine Pride-Publikation eines Luxusunternehmens hat Ressourcen, Verteilungsentscheidungen und kommerzielle Motive, die einer politisch gefährdeten Zeitschrift fehlten. Ausgabe vier kann trotzdem wertvolle Kulturarbeit leisten, besonders wenn Beteiligte selbst sprechen. Das Risiko des Originals darf nicht als ererbte moralische Autorität dienen. Gute Berichterstattung hält beide Projekte in ihren eigenen Wirtschafts- und Politikkontexten.

  • Die ursprüngliche Zeitschrift wurde 1896 gegründet und endete 1932.
  • RIMOWAs getrennt beauftragte Reihe begann 2022.
03Publikationsurteil

Die schwächste Entscheidung ist die Auflage

Wallpaper dokumentierte nur 300 kostenlose Exemplare ab 26. Juni 2025 bei BookMarc in New York, Andreas Murkudis in Berlin, Yvon Lambert in Paris und Climax Books in London. Diese Verteilung erzeugt Seltenheit und schließt viele Leser aus, deren Geschichte aufgerufen wird. Knappheit schafft womöglich Begehren, ersetzt aber keine kulturelle Reichweite.

Unser Urteil: Ausgabe vier gelingt, wenn Schorrs formale Kontrolle auf die Ich-Berichte der Beteiligten trifft. Institutionell scheitert sie, wenn diese Stimmen in 300 Objekten eingeschlossen bleiben. Digitale Dauerausgabe oder Bibliotheksablage dienten besser als Wiederverkaufsmythos. Die Quellennotiz des Methodiklinks nennt abweichend 500 Exemplare; Bericht, Kurzantwort, Auflage und FAQ belegen 300, weshalb der Widerspruch offengelegt statt geglättet wird.

  • Redaktionelle Stärke: Porträts werden mit Aussagen der Beteiligten verbunden.
  • Redaktioneller Fehler: 300 Exemplare machen den Zugang unnötig eng.

Häufig gestellte Fragen

Wer fotografierte Der Eigene Ausgabe vier?
Die US-Fotografin Collier Schorr schuf die Schwarzweißporträts zusammen mit Casting Director Nicola Kast.
Wie viele Exemplare von Ausgabe vier wurden gedruckt?
Wallpaper berichtete von 300 kostenlosen Exemplaren, die ab 26. Juni 2025 über vier Läden verteilt wurden.
Setzt Ausgabe vier Adolf Brands Der Eigene fort?
Nein. Sie gehört zu einer 2022 begonnenen heutigen Reihe, die auf Brands historisch getrennte Publikation von 1896–1932 verweist.

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